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Ressourcenschonung im Bauwesen durch Aufbereitung von Erdbaustoffen

Innovatives Projekt der Hochschule Koblenz

10.08.2023 - Koblenz

Auf dem Foto von links: Dr. Marc-André Grebe (Leiter Abteilung Transfer), Marcel Ramler, Dr. Katharina Sosinka, Prof. Dr. Jürgen Quarg-Vonscheidt. Foto: Hochschule Koblenz/Gandner

Von links: Dr. Marc-André Grebe (Leiter Abteilung Transfer), Marcel Ramler, Dr. Katharina Sosinka, Prof. Dr. Jürgen Quarg-Vonscheidt. Foto: Hochschule Koblenz/Gandner

Ein Forschungsteam der Hochschule Koblenz entwickelt eine neue Methode zur effizienten Verwendung von Baustoffen im Bauwesen. Mit dem neuen Forschungsprojekt wird durch die Aufbereitung von Erdbaustoffen zu einem zeitweise fließfähigen Verfüllbaustoff eine hohe Wiedereinbau-Quote von Aushubmaterialien auf Baustellen angestrebt.

„Bauen in seiner gegenwärtigen Form verbraucht Ressourcen, die limitiert sind. Die wichtigste der knappen Ressourcen des Bauwesens ist Siliciumdioxid in Form von Quarz-Sand und Kies, das in Deutschland nur noch für etwa 100 bis 120 Jahre verfügbar sein wird“, erläutert Prof. Dr. Jürgen Quarg-Vonscheidt, Projektleiter und Professor für Geotechnik und Vermessungskunde an der Hochschule Koblenz.

Der Rohstoff wird für die Betonherstellung, aber auch als Verfüllbaustoff bei Erdbaumaßnahmen verwendet. Dieser verschwenderische Einsatz von Sand und Kies als Verfüllbaustoff sei angesichts der Prognosen unverantwortlich, so der Wissenschaftler. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz und die ab August geltende Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz haben die Verwertung von mineralischen Abfällen und die Schonung natürlicher Ressourcen zur obersten Priorität erklärt. Vor diesem Hintergrund strebt das Projekt der Hochschule Koblenz eine hohe Wiedereinbau-Quote von Aushubmaterialien auf Baustellen an.

Eine effektive Möglichkeit Aushubmaterial wieder einzubauen, besteht in der Aufbereitung der Erdbaustoffe zu einem zeitweise fließfähigen Verfüllbaustoff, auch als Flüssigboden bezeichnet. Doch mit Flüssigboden zu arbeiten, erfordert eine maßgebliche Umstellung und Weiterentwicklung unserer bisherigen Bauverfahren. Eine dieser Weiterentwicklungen ist Gegenstand des Projekts der Hochschule Koblenz, die ein Verfahren zur Lagefixierung von Rohrleitungen bei der flüssigen Grabenverfüllung entwickelt.

Bislang gibt es kein vergleichbares Verfahren für eine der größten Herausforderung der Branche. Das neue Verfahren basiert auf elektrokinetischen Effekten und bietet nicht nur eine innovative Lösung für die Bauindustrie, sondern hat auch weitreichende wissenschaftliche und wirtschaftliche Vorteile. „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit einem kommunalen Versorgungsunternehmen, um das entwickelte System in einer realen Baustellenumgebung zu erproben“, so Quarg-Vonscheidt.

Unterstützt wurde das Projektteam bei der Antragstellung von der Abteilung Transfer der Hochschule Koblenz. „Was sich hinter einem abstrakten Projekttitel verbirgt, ist hochspannend und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneinsparung im Baubereich und damit zum Klimaschutz in der Baubranche“, betont Prof. Dr. Heiko Weckmüller, Vizepräsident für Transfer und regionale Entwicklung der Hochschule Koblenz.

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau von Rheinland-Pfalz fördert dieses Projekt zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen im Rahmen des Inkubatorprogramms Rheinland-Pfalz, das darauf abzielt, die konkrete Umsetzung von innovativen Projekten zu fördern. Knapp 75.000 Euro wurden dem Fachbereich bauen-kunst-werkstoffe dafür für die Dauer von zwei Jahren bewilligt. Maßgeblich für die Förderzusage durch das Ministerium waren die Innovationskraft, der technische Reifegrad und das große Potential des Projektes für die Wirtschaft.

Quelle: Hochschule Koblenz, Foto: Gandner / Hochschule Koblenz

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