13.05.2026 - Berlin
„Planende Berufe tragen Verantwortung für hochkomplexe technische und wirtschaftliche Prozesse – und haften für ihre Entscheidungen. Wenn diese Leistung dauerhaft über den Preis gedrückt wird, hat das Konsequenzen: Weniger Zeit für Variantenuntersuchungen, weniger Raum für integrale Abstimmung, weniger Innovation. Am Ende leidet die Qualität“, sagt Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, der Präsident der Bundesingenieurkammer.
Liebe Ingenieurinnen, liebe Ingenieure,
die Qualität unserer Gebäude und Infrastrukturen entsteht lange bevor der erste Spatenstich erfolgt: in der Planung. Die planenden Berufe verantworten komplexe technische und wirtschaftliche Prozesse und stehen dafür in der Haftung. Wird diese anspruchsvolle Leistung dauerhaft über den Preis gedrückt, bleibt das nicht folgenlos. Die Zeit für Variantenuntersuchungen, integrale Abstimmungen oder innovative Lösungen schrumpft – und damit oft das qualitative Niveau des Ergebnisses.
Besonders kritisch ist in diesem Kontext der Fachkräftemangel. Junge Talente entscheiden sich für Branchen mit attraktiven Einkommens- und Entwicklungsperspektiven.
Eine angemessene Vergütung ist daher
ein zentraler Hebel,
um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und auch um
erfahrene Fachkräfte zu halten.
Nur wirtschaftlich stabile Büros können systematisch in Ausbildung, Nachwuchsförderung und kontinuierliche Weiterbildung investieren.
Parallel werden Ingenieurleistungen zudem in kostengünstigere Länder verlagert. Deutsche Unternehmen lassen Planungsanteile im Ausland erstellen, um Honorare zu reduzieren. Kurzfristig mag das betriebswirtschaftlich attraktiv erscheinen, langfristig jedoch erodiert die inländische Kompetenzbasis. Wissen, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde, wird fragmentiert oder geht verloren. Wertschöpfung und fachliche Exzellenz verlagern sich schleichend aus dem deutschen Markt, während hierzulande qualifizierte Büros und Expertentum unter Druck geraten.
Wer dauerhaft sichere, nachhaltige und wirtschaftliche
Bauwerke realisieren will,
muss die Planungsleistung als wesentlichen
Grundstein und strategischen
Erfolgsfaktor begreifen.
Ingenieurleistung basiert auf fundierter akademischer Ausbildung, langjähriger Praxiserfahrung und kontinuierlicher Qualifizierung. Dies erfordert Investitionen in Menschen, in digitale Werkzeuge, in Forschung und in lebenslanges Lernen. Wer diese Investitionen einfordert im Kontext von Klimakrise, Digitalisierung oder resilienter Infrastruktur, muss zugleich bereit sein, angemessen zu vergüten. Andernfalls entsteht ein strukturelles Missverhältnis zwischen Anspruch und wirtschaftlicher Realität.
Daraus ergibt sich für uns ein klarer Anspruch:
Ingenieurleistung in Deutschland muss sich wirtschaftlich lohnen.
Sie ist eine wissensintensive Kernleistung mit hoher Steuerungswirkung und verdient denselben Stellenwert wie andere hochqualifizierte Berufe.
Ihre Basis sind akademische Qualifikation, Praxiserfahrung und kontinuierliche Weiterbildung. Die dafür notwendigen Investitionen in Menschen, digitale Prozesse und nachhaltige Methoden setzen eine angemessene Honorierung voraus. Nur so bleiben Kompetenz, Innovationskraft und Verantwortung im Planungswesen gesichert.
Ihr Dr.-Ing. Heinrich Bökamp
Präsident der Bundesingenieurkammer
Quelle: Bundesingenieurkammer, Foto: Bundesingenieurkammer (eigene Bearbeitung)
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