15.06.2026 - Berlin
Die Nominierungen für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 stehen fest. Nach intensiven Beratungen gab am 15. Juni 2026 die Fachjury aus den 41 eingereichten Bewerbungen die Projekte der engeren Wahl bekannt. Sieben wegweisende Bauwerke zwischen Berlin und Reutlingen konkurrieren nun in der Endausscheidung um den renommierten Staatspreis. Der Deutsche Ingenieurbaupreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für Bauingenieurinnen und Bauingenieure in Deutschland.
Mit dem Staatspreis der Bundesrepublik Deutschland werden alle zwei Jahre beispielhafte Ingenieurbauwerke und Ingenieurleistungen ausgezeichnet, die sich durch besondere Innovationskraft, gestalterische Qualität sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auszeichnen. Im Fokus stehen Projekte, die durch nachhaltige Konzepte, technische Exzellenz und ihren Beitrag zur gebauten Umwelt überzeugen.
Der Nachwuchspreis würdigt das Engagement junger Ingenieurinnen und Ingenieure und ist zugleich als Ansporn für Innovation, Verantwortung und Nachhaltigkeit im Bauwesen gedacht.
Über den Staatspreis
Der Deutsche Ingenieurbaupreis wird im Zweijahresrhythmus als offizieller Preis
der Bundesregierung für Ingenieurbaukunst verliehen. Das Bundesministerium für
Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und die Bundesingenieurkammer e.
V. (BIngK) loben den Deutschen Ingenieurbaupreis gemeinsam aus. Das Bundesamt
für Bauwesen und Raumordnung (BBR) führt das Verfahren durch. Insgesamt werden 60.000
Euro an Preisgeldern vergeben.
www.dingbp.de
(in alphabetischer Reihenfolge der Projektstandorte)
Ingenieurbüro: B+G Bollinger und Grohmann Ingenieure GmbH
Bauherr: Land Berlin
Der fünfgeschossige Stahl-Holz-Hybridbau mit stützenfreien Innenräumen und dem
unregelmäßigen außenliegenden Stahltragwerk spiegelt die neuen Planungs- und
Gestaltungsmöglichkeiten des computergestützten experimentellen
Arbeitsprozesses wider.
Ingenieurbüro: INGE Schüßler-Plan mit DKFS
Bauherr: Emschergenossenschaft
Die Brücke ist als mehrfach gekrümmte Ganzstahlkonstruktion mit einer Länge von über 400 Metern ausgeführt und wurde vollständig computergestützt modelliert, um Geometrie, Tragverhalten und Materialeinsatz zu optimieren. Die Form des Bauwerks ergibt sich dabei unmittelbar aus den konstruktiven Anforderungen und macht den Kraftverlauf sichtbar.
Ingenieurbüro: KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH
Bauherr: DB InfraGO AG
Das denkmalgeschützte Viadukt wurde nach dem Grundsatz „Weiterbauen im Bestand“ instandgesetzt und an zukünftige Anforderungen angepasst. Durch gezielte Ertüchtigungsmaßnahmen und den Ersatz einzelner Bauteile konnte die Nutzung für den Bahnverkehr nachhaltig gesichert werden.
Ingenieurbüro: CARBOCON GMBH
Bauherr: Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement (Eb KGm)
Das Schalentragwerk wurde durch eine Verstärkung mit dünnen Schichten aus Carbon-Beton ertüchtigt, um die Tragfähigkeit wiederherzustellen und eine neue Nutzung zu ermöglichen. Die Sanierung des Baus von Ulrich Müther erfolgte substanzschonend und erlaubt den Erhalt des Bauwerks bei gleichzeitig deutlich reduzierten CO₂-Emissionen im Vergleich zu alternativen Maßnahmen.
Ingenieurbüro: MKP GmbH
Bauherr: Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
Mit einem gesamtheitlichen Konzept der digitalen Bauwerkserhaltung konnte die Restnutzungsdauer der Spannbetonbrücke durch Bestandsanalyse, Monitoring und modellbasierte Nachrechnung verlängert werden. Die gewonnenen Daten werden in einem digitalen Modell gebündelt und ermöglichen Prognosen zum Tragverhalten sowie eine Bewertung des Bauwerkszustands.
Ingenieurbüro: Harrer Ingenieure Gesellschaft Beratender Ingenieure VBI mbH
Bauherr: Tiefbauamt Stadt Stuttgart
Das Bauwerk überspannt den Verkehrsraum als integrale Zweifeldkonstruktion in einer neuartigen Holz-Carbon-Beton-Verbundbauweise. Die Konstruktion nutzt die jeweiligen Stärken der eingesetzten Materialien konsequent und führt sie zu einem ebenso leistungsfähigen Tragwerk zusammen.
Ingenieurbüro: str.ucture GmbH
Bauherr: Stadt Reutlingen
Mit einem gesamtheitlichen Konzept der digitalen Bauwerkserhaltung konnte die Restnutzungsdauer der Spannbetonbrücke durch Bestandsanalyse, Monitoring und modellbasierte Nachrechnung verlängert werden. Die gewonnenen Daten werden in einem digitalen Modell gebündelt und ermöglichen Prognosen zum Tragverhalten sowie eine Bewertung des Bauwerkszustands.
Quellen: Bundesingenieurkammer, Deutsches Ingenieurblatt, Fotos: DIB, Studio Lapatsch / Unger, Aron Jungermann / FOTOGRAFIEIMRAUM, DB AG, Marcus Bredt, Brigida Gonzalez, Harrer Ingenieure, MKP / Alexander Burzik
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