02.07.2026 - Berlin
Der Resilienz-Bauplan des BDB ist ein Beitrag zu einer neuen Vorsorgekultur im Planen und Bauen. Ziel ist eine gebaute Umwelt, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch robuster, anpassungsfähiger und sozial verlässlicher wird. In zehn Punkten beschreibt der BDB, was jetzt getan werden muss, um Gebäude, Infrastruktur, Quartiere und Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Klimawandel, Extremwetter, Versorgungsausfälle, fragile Lieferketten und neue Bedrohungslagen zu machen.
Deutschland und Europa haben gerade eine nie zuvor dagewesene Hitzekrise erlebt. Extreme Temperaturen, überlastete Städte, Rettungsdienste und Notaufnahmen sowie eine Verkehrsinfrastruktur am Limit zeigen: Auf die Folgen des Klimawandels für Städte und Gemeinden sind Politik, Verwaltung und Gesellschaft noch immer nicht ausreichend vorbereitet.
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e. V. legt deshalb seinen BDB Resilienz-Bauplan vor. In zehn Punkten beschreibt der BDB, was jetzt getan werden muss, um Gebäude, Infrastruktur, Quartiere und Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Klimawandel, Extremwetter, Versorgungsausfälle, fragile Lieferketten und neue Bedrohungslagen zu machen.
„Wir sehen, dass unsere Städte, Gebäude und Versorgungsstrukturen vielerorts nicht auf diese Belastungen ausgelegt sind. Resilienz darf deshalb kein Zusatzthema bleiben. Sie muss zur Grundlage des Planens und Bauens werden“, sagt BDB-Präsident Christoph Schild.
Zugleich soll der Gebäudebestand stärker genutzt werden: Leerstände und bestehende Strukturen sind Ressourcen, die Neubau, Flächenverbrauch und Abhängigkeiten reduzieren können. Dafür braucht es ein öffentlich einsehbares Ressourcenkataster, digitale Gebäudepässe und vergleichbare Lebenszyklusanalysen mit konkretem Emissionsminderungspfad.
„Wir müssen weg von einer Baupolitik, die erst nach der Katastrophe reagiert“, so Schild. „Wer heute baut, saniert oder Infrastruktur plant, entscheidet über Sicherheit, Versorgung und Lebensqualität der nächsten Jahrzehnte. Deshalb brauchen Kommunen, Planende und Bauherrschaften klare Daten, klare Regeln und klare Zuständigkeiten.“
Der BDB Resilienz-Bauplan macht außerdem deutlich: Krisenfestes Bauen hat auch eine soziale Dimension. Öffentliche Gebäude, kritische Infrastrukturen und Freiräume müssen im Alltag funktionieren und im Krisenfall Schutz, Kühlung und Versorgung bieten. Das gilt besonders für vulnerable Gruppen und sensible Einrichtungen, wie Schulen, Krankenhäuser oder Altersheime.
Damit resiliente Planung gelingt und in der Praxis ankommt, fordert der BDB vereinfachte Verfahren, multifunktionale Nutzungskonzepte und die faire Vergütung neuer Planungsanforderungen wie Klimarisikoanalysen und Anpassungskonzepte.
„Resilienz erfordert Planung, Fachwissen und Investitionen. Der Verzicht darauf kostet im Ernstfall Menschenleben, Milliarden und Vertrauen in den Staat“, sagt BDB-Präsident Schild. „Deshalb richtet sich unser Bauplan an Politik, Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: Wir wissen, was zu tun ist. Jetzt müssen wir es auch tun.“
Der BDB versteht seinen Resilienz-Bauplan als Beitrag zu einer neuen Vorsorgekultur im Planen und Bauen. Ziel ist eine gebaute Umwelt, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch robuster, anpassungsfähiger und sozial verlässlicher wird.
Quelle: Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e. V. (BDB), Grafiken Resilienz-Bauplan: Jessica Kurz / BDB, Foto Christoph Schild: BDB
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