14.07.2026 - Berlin
Die Bundesregierung muss Hitzeschutz als Maßnahme zur Standortsicherung ernst nehmen und eine langfristig gesicherte Finanzierung für Präventions-, Anpassungs- und Investitionsmaßnahmen bereitstellen. Am 14. Juli 2026 forderte die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“, in der die Bundesingenieurkammer seit 2025 Mitglied ist, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91a im Grundgesetz zu verankern. Denn Investitionen in Hitzeschutz seien Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen belasten die Menschen in Städten und Gemeinden immer stärker. Sie mindern die Lebensqualität, gefährden die Gesundheit und bedrohen die wirtschaftliche Entwicklung. Bis 2050 wird Hitzestress weltweit allein aufgrund von Produktivitätseinbußen zu wirtschaftlichen Verlusten von 7,1 Billionen US-Dollar führen. Das World Economic Forum stuft die Gesundheitsbelastung der Beschäftigten und den damit verbundenen Verlust an Arbeitsproduktivität als eine der zentralen ökonomischen Risiken ein.
Auch die gesundheitlichen Folgen sind immens. Eine halbe Million Menschen sterben jährlich weltweit an extremer Hitze. Hitze fordert mehr Todesopfer als Überschwemmungen, Hurrikane und Erdbeben zusammen und ist das tödlichste Klimarisiko.
Grün-Blaue Infrastrukturen sind kein Luxus, sie sind elementar für Lebensqualität und wirtschaftliche Entfaltung. Städte mit ausreichend Grün- und Wasserzonen sowie entsiegelten Flächen und einer leistungsfähigen blau-grünen Infrastruktur bleiben auch bei zunehmender Hitze funktionsfähig. Sie schützen die Gesundheit der Bevölkerung, sichern die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten, senken Folgekosten und erhöhen die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte. Investitionen in Hitzeschutz sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Der klimaangepasste und wasserbewusste Umbau unserer Städte und Gemeinden ist notwendig - und kostet Geld. Investitionszwang trifft auf klamme Kassen. Während wasserwirtschaftliche Anlagen über Gebühren finanziert werden, sind Klimaanpassungsmaßnahmen, wie beispielsweise das Anlegen und das Unterhalten von Stadtgrün, von der allgemeinen kommunalen Haushaltslage abhängig.
Die Kommunen brauchen für die Klimaanpassung eine langfristig sichere Finanzierung. Weder komplizierte Förderprogramme noch kurzfristige Mittelbereitstellung können diese auf Dauer gewährleisten.
Die Bundesregierung muss Hitzeschutz als Maßnahme zur Standortsicherung ernst nehmen und eine langfristig gesicherte Finanzierung für Präventions-, Anpassungs- und Investitionsmaßnahmen bereitstellen. Nur so lassen sich Produktivität, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland nachhaltig stärken.
Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ fordert daher die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91a im Grundgesetz zu verankern, denn diese ermöglicht Bund, Ländern und Kommunen dauerhaft und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Klimaanpassung rechtlich abgesichert, strategisch abgestimmt und langfristig finanziert umzusetzen.
„Wir müssen uns darauf einstellen, die zwei Seiten einer Medaille häufiger zu erleben. Hitze in den Städten und Überflutungen durch Starkregen. Hierauf können wir uns vorbereiten. Jede und jeder kann mit oft nur kleinen Anpassungen sein direktes Lebensumfeld so anpassen, dass Hitze und Überschwemmungen nicht zu persönlichen und Sachschäden führen. Um hierbei mit Know-How und Ingenieurkompetenz zu helfen, ist die Bundesingenieurkammer der Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ beigetreten, ein lockerer Zusammenschluss von einer Vielzahl von Organisationen zur raschen und bundesweiten Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung“, sagt Christoph F.-J. Schröder, Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer.
Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ ist ein von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) initiiertes und koordiniertes Netzwerk von Verbänden und Institutionen verschiedenster Fachdisziplinen. Die Allianz setzt sich für eine rasche und bundesweite Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung ein. Sie fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumentwicklung, Straßenplanung, Wissenschaft, Praxis und Entscheidungsträgern. Die Bundesingenieurkammer ist seit 2025 Mitglied der Allianz.
Forderungpapier: Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe
https://de.dwa.de/de/wasserbewusste-stadt.html
Die Teilnehmer der Allianz:
Quelle: Bundesingenieurkammer, Grafiken: DWA, Foto Christoph F.-J. Schröder: BIngK
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