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Baugenehmigungen für Wohnungen im August 2026: Plus 6,8 Prozent zum Vorjahresmonat

Information des Statistischen Bundesamtes

16.10.2026 - Wiesbaden

Baugenehmigungen für Wohnungen im August 2026: Plus 6,8 Prozent zum Vorjahresmonat

Im August 2026 wurde in Deutschland der Bau von 20.600 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 6,8 % oder 1.300 Baugenehmigungen mehr als im August 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 4,2 % oder 700 auf 16.500. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,2 % oder 600 auf 4.200.

Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass Baugenehmigungen häufig nicht in den Berichtsmonat ihrer Erteilung, sondern durch Nachmeldungen der Baubehörden erst später in die Statistik einfließen.

Baugenehmigungen im Neubau von Januar bis August 2026 zum Vorjahreszeitraum:

  • +12,7 % bei Wohnungen in Wohngebäuden insgesamt
  • +7,8 % bei Einfamilienhäusern
  • +21,7 % bei Zweifamilienhäusern
  • +14,5 % bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern

Januar bis August 2026: Aufwärtstrend bei neuen Wohngebäuden hält an

Von Januar bis August 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen für 169.400 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden erteilt. Das waren 12,1 % oder 18.300 Wohnungen mehr als von Januar bis August 2025.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 137.500 Wohnungen genehmigt, das waren 12,7 % oder 15.400 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 7,8 % (+2.300) auf 31.500. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 21,7 % (+1.800) auf 10.000 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 90.600 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 14,5 % (+11.500) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen sank dagegen um 2,0 % auf 5.300 Wohnungen (-100).

In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 2.900 Wohnungen (+5,9 %; +200) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 29.100 Wohnungen genehmigt, das waren 10,1 % oder 2.700 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.

Quelle und Grafik: Statistisches Bundesamt (Destatis)


Kommentare

Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Wohnungsbau: Baugenehmigungen legen zu

Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im August 2026 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe:

„Im August wurden 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Genehmigungszahlen steigen weiter, das sind zunächst gute Nachrichten. Von Januar bis August wurden 169.400 Wohnungen genehmigt. Das klingt nach viel, ist aber noch immer rund ein Drittel weniger als 2021, als im selben Zeitraum über 250.000 Wohnungen genehmigt wurden. Wir erholen uns von einem historischen Tiefpunkt, von einem normalen Niveau sind wir noch weit entfernt.

Zur Erinnerung: Eine genehmigte Wohnung ist nicht automatisch eine gebaute Wohnung. Ende 2025 lagen rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis, weil sich der Bau für viele nicht rechnet.

Wir sehen das auch auf den Baustellen, wo weiter zu wenige Wohnungsbauaufträge reinkommen. Im Hochbau sind unsere Geräte im Schnitt gerade einmal zu 45 Prozent ausgelastet. Die Kapazitäten sind da, die Bauherren und ihre Aufträge aber nicht.

Dass die Bundesregierung die EH55-Förderung zumindest bis Jahresende fortsetzt, war das richtige Signal. Wir plädieren aber dafür, EH55 plus bis zum Start der neuen Förderung im Sommer 2027 weiterlaufen zu lassen und entsprechend auszustatten. Eine Förderlücke zum Jahreswechsel wäre Gift für die zarte Erholung im Wohnungsbau.

Ausgerechnet jetzt den Neubau-Etat um über 40 Prozent einkürzen zu wollen, wie es die Bundesregierung für 2027 vorsieht, ist das schlechtmöglichste Signal. Bauwillige und Investoren brauchen Planungssicherheit, nicht die nächste Kehrtwende. Nur dann wird aus dem Aufwärtstrend auf dem Papier auch ein Aufschwung am Markt.“

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Baugenehmigungen im Aufwind - aber der Neubau braucht Planungssicherheit
Förderung sichern, Investitionen ermöglichen und Regulatorik abbauen

Von Januar bis August 2026 wurden 169.400 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) genehmigt. Damit sind die Baugenehmigungen um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

Der anhaltende Aufwärtstrend umfasst alle Gebäudekategorien. Die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern, auf die zwei Drittel des Neubaus entfallen, ist in den ersten acht Monaten um 14,5 Prozent auf 90.600 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Aufwärtstrend bei Ein- und Zweifamilienhäusern setzte sich mit 41.200 Wohnungen um 10,8 Prozent fort.

„Der Aufwärtstrend ist erfreulich, eine heute genehmigte Wohnung ist aber erst frühestens Ende 2028 fertiggestellt. Die zwischenzeitlich auftretenden Risiken wie steigende Kosten für Baumaterialien und höhere Finanzierungskosten lassen Investoren und Bauherren vor dem Projektstart zögern. Deshalb ist es wichtig, dass die Bundesregierung nicht nachlässt, für Planungssicherheit zu sorgen. Denn kurzfristig wird es nicht ohne finanzielle Hilfen gehen, um Wohnungsbauprojekte in die Wirtschaftlichkeit zu bringen“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.

Problem ist nach wie vor, dass der Unterschied zwischen Kostenmiete und Marktmiete zu hoch ist, weshalb nicht jede genehmigte Wohnung automatisch auch gebaut werde. Projekte rechnen sich schlicht weg nicht. „Der Bauüberhang von genehmigten, aber nicht gebauten Wohnungen ist innerhalb von zehn Jahren von 522.700 (2015) auf 760.700 gestiegen. Die Wohnraumknappheit bleibt somit eines der wichtigsten Themen, die über den sozialen Wohnungsbau sowie zielgenaue und verlässliche Förderprogramme im Bundeshaushalt 2027 adressiert werden muss."

Dass Bundesbauministerin Verena Hubertz die EH55-Plus-Förderung für bereits genehmigte Neubauprojekte aufstockt, damit das Förderprogramm wie angekündigt noch bis Ende des Jahres weiterlaufen kann, gebe den Unternehmen und Investoren wieder etwas mehr Vertrauen. „Die Aufstockung des EHH55-Plus-Programms verschafft dem Markt etwas Luft, aber die nächste Förderlücke ab Beginn des neuen Jahres ist schon in Sichtweite. Für die Haushaltsverhandlungen ist es deshalb wichtig, dass diese Lücke bis zum Start der neuen Förderlandschaft zu Mitte des Jahres 2027 geschlossen wird“, so Müller weiter.

GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

Mehr Baugenehmigungen - aber trübe Stimmung: Dringender Handlungsbedarf beim Wohnungsbau

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt weiter. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im August 2026 bundesweit 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis August summierte sich die Zahl auf 169.400 Wohnungen und lag damit 12,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Auch bei den für die Wohnraumversorgung besonders wichtigen Mehrfamilienhäusern zeigt sich mit 90.600 genehmigten Wohnungen ein Zuwachs von 14,5 Prozent. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sieht darin zwar ein positives Signal, warnt aber davor, die Entwicklung mit einer tatsächlichen Erholung des Wohnungsbaus gleichzusetzen.

„Die Genehmigungen steigen, aber die Wohnungen fehlen weiterhin. Wir dürfen uns von den positiven Prozentzahlen nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass in Deutschland nach wie vor viel zu wenig gebaut wird. Wir brauchen jährlich rund 320.000 neue Wohnungen, darunter 100.000 Sozialwohnungen. Tatsächlich werden in diesem Jahr voraussichtlich nur rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit fehlen allein gegenüber dem jährlichen Bedarf rund 120.000 Wohnungen. Diese Lücke verschärft die angespannte Situation auf den Wohnungsmärkten immer weiter“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Wie fragil die Entwicklung ist, verdeutlichen auch die neuen Zahlen des ifo Instituts. Demnach hat sich das Geschäftsklima im Wohnungsbau im September erneut eingetrübt und ist von minus 22,5 auf minus 25,1 Punkte gefallen. Besonders die Erwartungen der Unternehmen haben sich verschlechtert. Gleichzeitig klagen weiterhin 41,3 Prozent der befragten Unternehmen über Auftragsmangel. Der Anteil der Unternehmen, die von stornierten Aufträgen berichten, stieg von 13,4 auf 14,1 Prozent. Die Aussicht auf wieder höhere Finanzierungskosten belastet die Branche zusätzlich.

„Die ifo-Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Während die Genehmigungsstatistik nach oben zeigt, fehlt vielen Bauunternehmen weiterhin die notwendige Auslastung. Das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck des eigentlichen Problems: Solange sich der Neubau wirtschaftlich nicht rechnet, bleiben auch genehmigte Wohnungen ungebaut. Gerade unsere sozial orientierten Wohnungsunternehmen können die enorm gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten nicht einfach auf die Mieter umlegen. Sie brauchen Rahmenbedingungen, die bezahlbare Mieten überhaupt erst möglich machen“, so Gedaschko.

Die Bundesregierung muss deshalb dringend die Voraussetzungen dafür schaffen, dass aus vorhandenen Planungen und Genehmigungen wieder tatsächlich bezahlbare Wohnungen entstehen. Ein entscheidender Hebel ist die rechtssichere Einführung eines einfachen Gebäudebasisstandards nach dem Prinzip „E wie einfach“. Damit ließen sich unnötige und kostentreibende Anforderungen abbauen und Baukosten spürbar reduzieren. Der seit Langem angekündigte gesetzliche Rahmen für den Gebäudetyp E darf nicht weiter auf sich warten lassen.

Ebenso dringend notwendig ist eine langfristig verlässliche und ausreichend ausgestattete Neubauförderung. Die jüngst beschlossene Aufstockung der EH55-Plus-Förderung bis zum Jahresende war ein wichtiger Schritt. Jetzt muss sichergestellt werden, dass keine neue Förderlücke entsteht und insbesondere der bezahlbare Mietwohnungsbau dauerhaft zu tragfähigen Konditionen finanziert werden kann. Auch die geplanten Kürzungen bei der Neubauförderung für 2027 müssen angesichts des anhaltend großen Wohnraumbedarfs dringend überdacht werden. Ergänzend sollte die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau nach § 7b Einkommensteuergesetz auch für den kostengünstigeren Effizienzhaus-55-Standard geöffnet werden.

„Deutschland braucht einen dauerhaften Aufschwung beim bezahlbaren Wohnungsbau. Dafür müssen die Baukosten endlich sinken, Förderprogramme zuverlässig funktionieren und Investitionen wieder wirtschaftlich möglich werden. Der Erfolg der Wohnungspolitik entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern daran, wie viele Menschen tatsächlich eine bezahlbare Wohnung beziehen können. Hier muss die Bundesregierung endlich den entscheidenden Schritt nach vorne machen“, sagt Gedaschko. Die Investorenkonferenz der Bundesregierung am 19. und 20. Oktober bietet eine wichtige Gelegenheit, gezielt Investitionen in den Wohnungsbau anzustoßen. Entscheidend ist jedoch, dass den Gesprächen statt anhaltender Planungsunsicherheit und Diskussionen um Vergesellschaftungsphantasien konkrete Verbesserungen der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen folgen.

ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss

Gebäudetyp E und sichere Rahmenbedingungen für Investitionen: Die Schlüssel für mehr Fertigstellungen im Wohnungsbau

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland entwickelt sich weiter positiv. Im August 2026 wurden insgesamt 20.600 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einer Veränderung von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Zeitraum von Januar bis August 2026 summiert sich die Zahl der genehmigten Wohnungen auf 169.400. Das entspricht einem Anstieg von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders relevant ist die Entwicklung bei den Mehrfamilienhäusern. In diesem Segment wurden von Januar bis August 90.600 Wohnungen genehmigt – 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Dass die Baugenehmigungszahlen weiter anziehen, zeigt vor allem, dass der Wille zum Bauen da ist. Allerdings klafft zwischen dem Wunsch zu bauen und der tatsächlichen Fertigstellung eine deutliche Lücke“, betont Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA. „Wir werden nur dann einen nachhaltigen Aufschwung bei der Bauaktivität sehen, wenn wir wieder deutlich günstiger bauen als bisher.”

Dafür wird dringend der Gebäudetyp E in seiner rechtssicheren Ausgestaltung benötigt: „Das Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E liegt seit knapp einem Jahr vor. Wir brauchen Tempo und können es uns nicht länger leisten, das Potenzial, das im Gebäudetyp E liegt, in der Warteschleife verkümmern zu lassen”, so Özkan weiter.

Darüber hinaus braucht es für Investitionen verlässliche Rahmenbedingungen: eine langfristig planbare Förderkulisse, bessere steuerliche Anreize durch eine praxistaugliche Sonder-AfA sowie stabile Finanzierungsbedingungen.

Der Invest in Germany Summit der Bundesregierung am 19./20. Oktober ist in diesem Zusammenhang in wichtiges Signal. Der ZIA begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung offensiv um Investoren wirbt, auch für den Wohnungsbau. Bezahlbares Wohnen braucht privates Kapital, Debatten über Vergesellschaftungen oder andere Eingriffe in Eigentumsrechte schaffen hingegen Unsicherheit und bremsen die dringend benötigten Investitionen.

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