02.11.2026 - Bonn/Berlin
Die BVMB hatte bereits im Juli eindringlich davor gewarnt, dass die für 2027 nicht gesicherte Finanzierung der Bundesfernstraßen zu einem Einbruch bei den Ausschreibungen im laufenden Jahr führen könnte. Schon damals hatte der Verband darauf hingewiesen, dass eine Nachsteuerung erst im Zuge der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt im November zu spät kommen könnte. Nun mehren sich entsprechende Signale aus der Bauwirtschaft: Mitgliedsunternehmen berichten, dass derzeit so gut wie keine Neu-, Aus-, Umbau- und Erhaltungsmaßnahmen im Straßenbau auf den Markt kommen.
„Wir haben seit Monaten davor gewarnt, dass uns bei den Ausschreibungen die Zeit davonläuft. Jetzt erreichen uns aus den Unternehmen genau die Rückmeldungen, die wir eigentlich vermeiden wollten: Es kommen zu wenige neue Straßenbaumaßnahmen auf den Markt – auch der Brückenbau leidet in einigen Regionen“, erklärt Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB). „Wenn 2027 gebaut werden soll, müssen die Auftraggeber jetzt in die Lage versetzt werden, ausschreibungsreife Projekte auf den Markt zu bringen.“
Aktuelle Rückmeldungen aus dem Mitgliederkreis zeichnen inzwischen ein kritisches Bild. Zwar werden Leistungen etwa für Verkehrssicherung, Fahrzeugrückhaltesysteme, Markierungen oder Rodungsarbeiten ausgeschrieben. Bei größeren Straßenbaumaßnahmen nehmen Unternehmen dagegen derzeit eine deutliche Zurückhaltung wahr.
„Ob man von einem formalen Ausschreibungsstopp spricht oder nicht, ist für die Unternehmen am Ende zweitrangig. Entscheidend ist, was tatsächlich am Markt ankommt. Und das ist derzeit zu wenig“, erklärt Daniel Jonas, Geschäftsführer der BVMB. „Was heute nicht ausgeschrieben wird, fehlt den Unternehmen im Auftragsvorlauf für 2027. Genau vor diesem zeitlichen Problem haben wir frühzeitig gewarnt.“
Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen zum Bundeshaushalt 2027 und zur Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH des Bundes fordert die BVMB schnellstmöglich Klarheit über die Finanzierung der Bundesfernstraßen. Entscheidend sei nicht allein, welche Investitionssummen politisch angekündigt werden, sondern dass die Mittel rechtzeitig und verlässlich für konkrete Projekte zur Verfügung stehen.
„Die Bauwirtschaft braucht jetzt Planungssicherheit. Die Finanzierung muss für 2027 zeitnah gesichert werden, damit neue Projekte auf den Weg gebracht werden können. Ebenso wichtig ist eine belastbare Vergabevorschau, aus der hervorgeht, welche Maßnahmen wann und wo ausgeschrieben werden sollen. Nur so können die Unternehmen Personal, Geräte und Kapazitäten vorausschauend planen“, fordert Jürgen Faupel. „Wir dürfen nicht wieder in eine Situation geraten, in der vorhandene Kapazitäten ungenutzt bleiben, obwohl der Investitions- und Sanierungsbedarf unserer Infrastruktur unbestritten hoch ist.“
„Baureife Projekte allein verbessern noch keine Straße und sanieren noch keine Brücke. Dafür müssen sie ausgeschrieben, vergeben und gebaut werden“, fasst Daniel Jonas die Position des Verbandes zusammen und erinnert an das Versprechen des Bundeskanzlers: „Alles, was baureif ist, wird gebaut.“
Quelle: Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. (BVMB), Grafik: Bonsales / Adobe Stock
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