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Sanierungsquote 2025: Talfahrt für energetische Gebäudesanierung geht weiter

Energetische Sanierungen sowohl bei Wohngebäuden als auch Nichtwohngebäuden gesunken

02.02.2026 - Berlin

Sanierungsquote 2025: Talfahrt für energetische Gebäudesanierung geht weiter

Die Quote für energetische Sanierungen im deutschen Gebäudebestand ist im Jahr 2025 auf 0,67 % weiter abgesunken. Nach 0,69 % im Vorjahr 2024, 0,70 % im Jahr 2023 und 0,88 % im Jahr 2022 markiert dies einen neuen Tiefpunkt für die rund 19,5 Millionen Wohngebäude. Eine jährliche Quote von rund 2 % wäre notwendig, um die vereinbarten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Die Quote für die etwas mehr als zwei Millionen Nichtwohngebäude ist ebenfalls rückläufig und liegt bei 0,92 % (2024: 0,95 %).

Sanierungsquote 2025

  • Sanierungsquote Dach: 0,74 %
  • Sanierungsquote Fassade: 0,46 %
  • Sanierungsquote Fenster: 1,19 %
  • Sanierungsquote Wohngebäude gesamt: 0,67 %
  • Sanierungsquote Nichtwohngebäude gesamt: 0,92 %

Anzahl energetisch sanierter Wohneinheiten (WE) 2025

Im Jahr 2025 wurden 260.000 Wohneinheiten saniert, im Vorjahr 2024 265.000 (2023: 275.000). Gemäß der Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität der Deutschen Energie-Agentur (dena) hätten jedoch im Jahr 2025 460.000 Wohneinheiten saniert werden müssen; bis 2030 müsste diese Zahl auf bis zu 730.000 steigen.

Die Gebäude in Deutschland verbrauchen nach wie vor zu viel Energie; sie verursachen derzeit rund 30 % aller CO₂-Emissionen. Die energetisch schlechtesten Gebäude der Effizienzklassen G und H sind für 50 % des gesamten Energieverbrauchs des Gebäudesektors verantwortlich. Zwei Drittel aller Wohngebäude befinden sich in den Effizienzklassen D bis H und verbrauchen mehr als 100 kWh/m² im Jahr. Dieses Gesamtbild führt zu immer höheren Energiekosten für die Verbraucher und zu einem Wertverlust bei Immobilieneigentümern von energetisch schlechten Gebäuden. Der Wertabschlag am Markt liegt mittlerweile bei bis zu 40% gegenüber sanierten Immobilien.

Die Sanierungsquote wird im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e. V. (BuVEG) von B+L Marktdaten Bonn ermittelt. Sie ist die zentrale Kennzahl für Maßnahmen im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und damit ein wesentlicher Indikator für die Wärmewende in Deutschland.

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e. V.: „Die Sanierungstätigkeit ist in Deutschland auf einem besorgniserregenden Niveau. Mit einem ambitionierten Gebäudeenergiegesetz besteht jedoch die Chance, energetische Sanierungen attraktiver zu machen und damit die Energiekosten für die Bevölkerung langfristig zu senken. Private und institutionelle Immobilieneigentümer zögern jedoch weiterhin bei Investitionen in ihre Gebäude. In den Nichtwohngebäuden ist die Entwicklung 2025 noch schwächer: Gerade in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Schulen oder Verwaltungen besteht ein großer Sanierungsstau. Hier könnte das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für einen Befreiungsschlag sorgen. Deutschland braucht nicht nur einen Bau-Turbo, sondern dringend auch einen Sanierungs-Booster!“

Frank Lange, Geschäftsführer des Verband Fenster + Fassade e.V.: „Der Fenstermarkt zeigt derzeit deutlich, wie stark die energetische Sanierung insgesamt unter Druck steht. Selbst der vergleichsweise aufwandsarme Bereich des Fenstertauschs bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau. Neue Fenster sind häufig der erste Sanierungsschritt – bleibt dieser aus, stockt die gesamte Gebäudemodernisierung. Umso wichtiger sind verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, sowohl in der Förderung als auch im Gebäudemodernisierungsgesetz.“

Quelle: Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG), Foto: Friedberg / Adobe Stock

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